Juli, August 2007 - Wacken Open Air

Montag, 30. Juli 2007
Lang im Voraus geplant war unsere Abfahrt an diesem Tag. Der Regen prasselte, der Himmel war grau, das Licht auf der Erde war gedämpft, traurig. RSS-Feed und Radio teilten uns mit, dass der Veranstalter dringend darum bat, erst Mittwoch anzureisen (60.000 sollten also an einem einzigen Tag durch das Nadelöhr der Schleswig-Holsteinischen Straßen gebracht werden?). Eine kurze Absprache erfolgte zwischen John, Janine und meiner Wenigkeit. Wie geplant wollten wir uns bei John treffen und von da aus nach Wacken weiterfahren.

Unglaublich groß erschien der Berg and Gepäck, doch konnte man kaum auf etwas verzichten - dies war unser Proviant, unsere Kleidung und unser Zuhause für die Woche - kompakt verpackt doch immer noch schwer und sperrig.
Mit dem Bollerwagen schafften wir die erste Fuhre vom Parkplatz zu den Camping Areas. Nicht nur, dass C schon voll zu sein schien, nein der Matsch, der die Wege darstellte brachte uns mit unserem Bollerwagen in arge Schwulitäten. Wir drehten um, bogen in die Metal Main street ein, der Plattenweg war einfacher zu befahren. Kurz hinter dem Wäldchen breiteten sich riesige Koppeln unter den unheilvollen Regenwolken aus, und wir entschieden uns aus dem Bauch heraus für einen Punkt auf der Wiese, auf dem wir unsere Zelte aufstellen wollten. Mit vereinten Kräften, es regnete wieder in Strömen, konnten wir mein Zelt aufbauen und vorerst als Lager für unsere Sachen benutzen, während unsere Nachbarn uns bei ihnen eine Unterstellmöglichkeit boten. John hatte ihnen ein wenig beim Aufbauen ihres Zeltes geholfen und prompt fragten sie uns, ob wir uns nicht zu ihnen gesellen wollten. Also parkten wir unsere drei Zelte neben ihren, was vorerst genügen sollte. Unseren Pavillon aufzustellen schien ob des Windes unmöglch, der Plan sah aber vor, beide nebeneinander zu stellen. Doch das sollte später erfolgen.


Dienstag, 31. Juli 2007
Das Wetter klarte im Laufe des Tages auf, kalt und windig blieb es trotzdem. Im Windschatten allerdings konnte man die Sonne doch durchaus genießen =)
Da sitzen sie alle unter der Ruine des Pavillons
Unser Multitalent Andreas spielt Dudelsack
Eric schlief einen Rausch aus, was Andreas nutzte, ihn ein bisschen zu dekorieren
Andreas beim Feuerschlucken
Kreide, Tim und John (v.l.n.r.)
Mittwoch, 1. August 2007
An Schlaf war diese Nacht nicht zu denken, weil Didi sich mein Zelt als Schlafplatz ausgesucht hatte... ich hab es hingenommen, ihn nach einer Weile rausscheuchen lassen, konnte dann aber trotzdem nicht mehr schlafen...
Die Erlachs, Arne, Bent und Sören kamen im Tagesverlauf an und gesellten sich zu uns. Nach einer Runde durch den Ort kam auch endlich Bewegung in die Sache: Die Firefighters und Mambo Kurt spielten zum Auftakt des Festivals auf. In dem ganzen Gewimmel ging mir Bent dann auch noch verloren, der eigentlich nur unsere Wertsachen zu Janine bringen wollte und dann nicht wieder im Biergarten auftauchte.
Später dann die Movienight auf dem Fußballplatz, wo der Film mit einer Dreiviertelstunde Verspätung anfing. Gezeigt wurde "Full Metal Village", die Wackendokumentation von Cho Sung-hyung. Unglaublich die Stimmung während des Film, wo permanent alles von Tausenden singend kommentiert wurde ("Ooooh Edekaa"). Genial.

Der lief da so neben den Dixis rum...
Dorfstraße und Raiffeisenturm
Edeka... Mittwoch war noch wenig los
Da hatte Scheiße mal seinen Spaß - er war nicht der Einzige mit komischen Unterhosen!
Goldlöckchen
Arne auf dem Mobilklo
Die Wackener Feuerwehrkapelle - die geilste Stimmung des Festivals fand man hier.
Donnerstag, 2. August 2007
Der erste offizielle Festivaltag. Die Sonne schien und die Stimmung war nach wie vor ungetrübt. Doors Open war um 16:00 Uhr, um 17:00 Uhr gingen dann die Konzerte endlich los. Mit Arne, Bent und Sören war ich bei The Sorrow, später bin ich dann zu Rose Tattoo gegangen, habe mir die zweite Hälfte von Sodom angeguckt um dann von ganz ganz vorne das geilste Konzert meines Lebens von der geilsten Liveband zu erleben: Headliner Saxon spielten zwei Stunden lang. Danach war ich fertig und konnte mich noch halbwegs bis ins Zelt schleppen.
Kultspiel Flunkyball
Hunderte, vielleicht Tausende, standen vor der Tür, die sich zum ersten Mal öffnen sollte - Parolen waren u.a. "Die Mauer muss weg"
The Sorrow
Rose Tattoo
Sodom
Saxon
Freitag, 3. August 2007
Mit Arne und Bents Vater streifte ich ein bisschen über den Metalmarkt und später zum Grave Digger Konzert. Das habe ich mir von etwas weiter hinten angeguckt, geil war es trotzdem. Um rechtzeitig zu J.B.O. vor der Truemetalstage zu stehen bin ich dann früh losgetappelt. Dank meiner günstigen Position konnte ich mir da auch gleich noch Turbonegro mit ansehen, die ich eigentlich gar nicht sehen wollte. War aber dennoch relativ geil muss ich sagen; wenn auch nicht so geil wie J.B.O., aber das liegt in der Natur der Sache. Danach lief ich zurück zum Camp, wo vor der Black Stage auf einmal jemand nach mir rief. Das war Thekla, die zusammen mit Tina und ihren "All Area No Stage" Tickets da waren. Mit den Karten hatte Tina mich immer ärgern wollen, bis sich herausstellte, dass die beiden damit weder campen noch Backstage durften, abgesehen davon, dass sie kein cooles Armband bekamen. Wer zuletzt lacht...
Mit getankten Kräften und Arne, Bent, Sören und einem anhänglichen Bremer im Schlepptau ging es dann zu Schandmaul. Die Enge des Durchgangs zur Party Stage machte meinen Plan zunichte, auf dem Rückweg schnell im Camp was zu trinken und dann zu Iced Earth zu gehen. Als wir nämlich durch waren hatten die schon angefangen. So musste ich mir ein Wasser kaufen und habe mich dann damit in einigem Abstand zwischen True Metal und Black Stage gestellt. An Party machen war nicht mehr zu denken, ich konnte keinen Muskel im Körper mehr bewegen und alle Knochen schrien nach Schlaf. So kam es, dass ich meine Position kaum änderte, als die Apokalyptischen Reiter anfingen zu spielen. Danach war dann endgültig genug.

Beer Garden
Scheiße in seinen Panzertapehosen...
Grave Digger
Turbonegro
J.B.O.
Schandmaul
Iced Earth
Die Apokalyptischen Reiter
Samstag, 4. August 2007
Viel war ja zuerst nicht los in der Running Order. Irgendwann entscheiden Sören, Bent und ich ein bisschen über das Festivalgelände zu schlendern. Da spielten auf der Black Stage grade Dir En Grey. Die waren sogar noch schlechter als auf den Studioaufnahmen, die ich bisher gehört hatte. Richtig übel. Vor der Bühne standen auch kaum Leute, nur ein paar verrückte Japaner. Und nur die ersten beiden Reihen waren wirklich eng besetzt. Da konnte man sich ohne Probleme eine Top Position ganz vorne sichern. Aber wer will das schon bei der Band? Späteren Gerüchten zufolge soll der Sänger sich sogar selbst im Mund und am Bauch verletzt und stark geblutet haben. Ziemlich sinnfreie Aktion...
Mehr war auch nicht los, erst als In Flames spielen sollten sind wir wieder los. Eine Stunde waren wir glaub ich vorher da, und durften sehr weit hinten stehen, und selbst da war es noch eng. Recht gut besetzt das Konzert, obwohl ich die Band gar nicht sooo überragend finde. Aber gut. Mit Arne war ich da, danach sollten Subway To Sally auf der selbe Stage spielen. In der Zwischenzeit konnten wir extrem weit nach vorne durchgehen und hatten super Plätze. Dazu konnten wir noch das "Konzert" von Cannibal Corpse auf der Black Stage sehen und uns herrlich drüber lustig machen, dass da wirklich jeder Song gleich klingt. Und vom Text versteht man sowieso nichts weil der Sänger so beschissen grunzt. Das kann man gar nicht mögen - eigentlich.
Dann kamen Subway, die das Abschlusskonzert gaben, und es war unglaublich geil. Die Nacht verbrachten wir dann damit, an der Straße zu sitzen und zuzusehen, wie Betrunkene Horden über Zelte, Stühle und Dixis herfielen. Damit war das W:O:A 2007 endgültig Geschichte und relativ früh am nächsten Morgen machten wir uns auf den Heimweg.
Da sitzen sie wieder
Metal Main Street
JESUS LEBT! ^^
Eric und John, nachdem sie beide die ganze Woche was auf dem Kopf gehabt hatten
Sundown over Wacken
Dir En Grey
In Flames
Subway To Sally
Alles was bleibt...








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Bangkok