August 2009 - Los Angeles
Im Sommer 2009 verschlug es mich wieder weit weg zu lieben Menschen, drei ganze Wochen wollte ich bei meiner Freundin Laine in Los Angeles bleiben. Anders als im Vorjahr ging es hierbei jedoch weniger um touristische Ambitionen als darum, Zeit mit meiner Freundin zu verbringen. Dazu hat man in einer Fernbeziehung schließlich nicht viel Gelegenheit.
Laine hatte mittlerweile ein Apartment in Long Beach bezogen, in der Nähe ihrer Uni. Anders als noch 2008 war also kein Hotelzimmer vonnöten. Das hätte ich mir auch keine drei Wochen lang leisten können.
Der Flug erfolgte diesmal mit Continental Airlines, jedoch im Codeshare mit Virgin Atlantic Airways ab London-Heathrow, der Flug von Hamburg dorthin mit dem Continental-Partner British Midland, durchgeführt von Lufthansa. Diese bizarre Konstruktion ergab einen relativ günstigen Flugpreis mitten in der Hochsaison, andererseits aber auch einige Verwirrungen. So musste ich erst durch einen Anruf bei der Lufthansa in Erfahrung bringen, ob mein Gepäck durchgecheckt werden würde (wurde es Gott sei Dank auch), in London musste ich jedoch neu einchecken. Ich darf vorweg nehmen, dass es dabei ein böses Erwachen gab, denn die Sitzplatzreservierungen bei Virgin stellten sich als gar keine Reservierungen sondern nur Anfragen heraus. Folglich war eineinhalb Stunden vor Abflug nur noch ein Gangplatz über den Tragflächen zu bekommen. Elf Stunden Blindflug die mir nicht besonders gut gefielen.
Donnerstag, 6. August 2009
Flug Hamburg - London - Los Angeles
Mit dem frühesten Flug ging es von Hamburg nach London, eineinhalb kurzweilige Stunden, schließlich hoben das gute Wetter und die Vorfreude die Stimmung enorm an. Deswegen gestaltete sich das Umsteigen in London - dem grauenhaftesten Flughafen den ich je gesehen habe - in dem Moment auch nicht ganz so schlimm wie ich es im Nachhinein gern behaupte. Unendlich verschachtelte Gänge, dreieckige, überfüllte Räume, schlechte Beschilderung, keine Fenster, wen stört das schon wenn er drei Wochen in einer der lebendigsten Städte der Welt mit seiner Freundin verbringen wird?
Der Flug war, wie bereits erwähnt, eher bescheiden. Zwar waren Service, Personal, Entertainment, ja selbst das Essen (bei einer englischen Airline!) spitzenmäßig, allerdings konnte ich durch das über zwei Meter entfernte Fenster nur die graue Tragfläche sehen. Als im Landeanflug das Entertainmentsystem und damit auch die Karte ausgeschaltet wurden, war ich quasi blind. Wir lernen - lieber rechtzeitig online einchecken, sonst hat ein Anderer deinen Platz.

Los Angeles! Endlich, die Metropole des zügigen Lebens, die nie stillsteht, wo immer die Sonne scheint und die Frauen hübsch und freundlich sind! Nur pünktlich sind sie nicht, jedenfalls meine. Um weniger Parkgebühren bezahlen zu müssen wollte Laine erst dann da sein, wenn ich auch durch die Tür käme. Mit Einreiseverfahren und Koffer einsammeln kamen wir einstimmig auf die Schätzung, dass ich um 15:30 Uhr bereit zum Einsammeln sei. Doch als das auch wirklich eintrat konnte ich in dem kleinen Terminal 2 trotzdem das vertraute niedliche Gesicht nicht sehen. Ich wartete eine Weile außerhalb des Terminals, ging wieder hinein, und gerade als ich mir Kleingeld für das Münztelefon gewechselt hatte kam Laine durch die Tür spaziert. Sie hatte sich verfahren.
Die Wiedersehensfreude war natürlich groß und wir verloren keine Zeit und fuhren Richtung Long Beach ab. Als Beifahrer fiel es mir nicht schwer, das Gefühl zu genießen auf einem der überdimensionierten Freeways im zäh fließenden Feierabendverkehr bei strahlendem Sonnenschein dahin zu gleiten. Den Rest des Tages ließen wir ruhig angehen.
Wie gesagt gibt es gar nicht viel über die folgenden Wochen zu schreiben, da wir nicht auf Erlebnistour waren. Manchmal verbrachten wir Tage nur in der Wohnung und sahen DVDs, kochten Essen etc. Deswegen spare ich mir auch das detaillierte Darstellen der Tage. Stattdessen präsentiere ich eine Bildershow des Gesehenen, wo nötig mit Kommentar.
Samstag, 8. August 2009
Santa Monica
Samstag, 15. August 2009
Getty Villa, Malibu
Die Getty Villa in Malibu ist eine komplett nachgebaute römische Villa, mitsamt Park und Hof. Hauptvorlage ist die Villa dei Papiri in der Nähe von Neapel. Da diese jedoch noch nicht komplett ausgegraben ist ist die Getty Villa kein originalgetreuer Nachbau.
Nur wenige Wochen nach meinem Besuch von Pompeji und Herculaneum hat mich die Getty Villa besonders beeindruckt. Die originale sind schließlich nur noch Ruinen und man kann sich den Prunk und die Schönheit vergangener Tage nur schwer vorstellen. Ganz anders in Malibu, denn hier hat man direkt vor Augen, wie eine römische Villa einst ausgesehen hat. Und ganz ehrlich - ich würde sofort einziehen.
Der Eintritt ist frei und der Besuch ist es auf jeden Fall wert, nicht nur für historisch Interessierte.
Donnerstag, 20. August 2009
Aquarium of the Bay, Long Beach
Wir waren zwar schon im Vorjahr dort gewesen, doch wir wollten beide wieder hin, hauptsächlich wegen des preiswerten Kombitickets, mit dem man nicht nur ins Aquarium sondern auch in den Zoo von Los Angeles kommt. Da das Aquarium, wie auch das Stadtzentrum und der Yachthafen von Long Beach, von Laines Apartment aus zu Fuß erreichbar ist sprach eigentlich nichts dagegen.
Freitag, 21. August 2009
Los Angeles Zoo
Den zweiten Teil des erwähnten Kombitickets nutzten wir gleich am folgenden Tag. Den ganzen Tag verbrachten wir im riesigen und interessanten Zoo. Freunden solcher Einrichtungen sichere ich zu, dass sie es nicht bereuen werden bei einem Urlaub in LA auch dem Zoo einen Besuch abzustatten.
Griffith Observatory
Ein Muss für jeden, der jemals nach LA kommt. Das Observatorium liegt unweit des Hollywood-Schriftzugs auf einem Bergsporn über der Stadt. Im Vorjahr waren wir zwar schon da gewesen, hatten aber nicht die ganze Pracht ausgekostet. Deswegen furhen wir vom nahe gelegenen Zoo direkt her um den Sonnenuntergang und den Ausblick bei Nacht zu genießen.
Die Einrichtung selbst ist eine Bildungseinrichtung, in der man sich über Astrophysik und derlei informieren kann - ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Lediglich einen Parkplatz zu finden ist schwierig.
Die Hauptattraktion des Ortes ist jedoch weniger das Observatorium als das, was dahinter liegt. Denn von hier hat man einen ungehinderten Ausblick auf das dem Berg zu Füßen liegende Hollywood, dahinter Downtown Los Angeles und wieder dahinter ein schier endloses Meer aus Licht. Dieser Anblick fasziniert, fesselt, verwundert, besonders den Kleinstädter. Mit Einbruch der Dunkelheit klärt sich auch der Smog auf und als Ersatz für den unsichtbaren Sternenhimmel funkelt die endlos wirkende Stadt unter einem.
Montag, 24. August 2009
Venice Beach
In Sichtweite der Santa Monica Pier liegt ein weiterer berühmter Strand von L.A.: Venice Beach, bekannt als Hochburg alternativen Lebensstils.
In der Tat, das Flair der Promenade hat etwas für sich. Neo-Hippies, New-Age-Künstler, Skater, sie alle bilden eine bunte Mischung unter den hochgewachsenen Palmen, der ich mich gern für einen Nachmittag hingab.
Erschreckend für Los Angeles, aber das Wetter war nicht das Beste an diesem Tag, und so verzichteten wir auf das Baden im Pazifik und machten uns stattdessen einen gemütlichen Nachmittag im feinen Sand.







Mittwoch, 26. August 2009
Hollywood und Chinatown
Wir unternahmen etwas Waghalsiges: wir fuhren U-Bahn. Die Fahrt von Long Beach nach Pasadena ein paar Tage vorher (wir waren dort ins Kino gegangen) hatte zweieinhalb Stunden gedauert. Die "Blue Line" von Long Beach nach Los Angeles hat nämlich eher den Charakter einer Straßenbahn als eines schnellen Pendlerzuges. Nun gut, das Abenteuer (denn das ist Bahn fahren in LA allemal, mehr als in jeder anderen Stadt) war es wert und so zockelten wir zuerst nach Hollywood und später für einen kurzen Abstecher nach Chinatown.
Donnerstag, 27. August 2009
La Brea Tar Pits
An meinem letzten vollen Tag in Kalifornien hatten wir noch eine Unternehmung geplant. Den Autoren von Reiseführern scheint La Brea nicht bekannt zu sein. Wäre ich einer würde ich den Ort jedenfalls aufnehmen. Denn hier, inmitten einer der größten Städte der Erde, direkt am Wilshire Boulevard wird Erdgeschichte lebendig.
Der Ort hat seinen Namen von den kleinen Tümpeln, die über das Areal verstreut sind. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um normale Tümpel, denn sie enthalten flüssigen Teer, der hier an die Oberfläche tritt. Das allein ist schon faszinierend genug (Teer der aus dem Boden blubbert - sowas bekommt man nicht alle Tage zu sehen), es kommt jedoch noch besser: Der Teer sprudelt schon seit zehntausenden von Jahren und als die Tiefebene noch Wildnis war blieben immer wieder Tiere im Teer stecken, verendeten und wurden im Teer konserviert.
Und so fand man hier eine immense Anzahl an wunderbar erhaltenen Skeletten von Säbelzahnkatzen (Säbelzahntiger ist ein falscher Begriff, wie ich im Museum am Platz lernte), Mammuts, Wölfen, Bären, Urzeitvögeln und vielen anderen. Das Museum direkt auf dem Gelände stellt diese Funde, die keine zweihundert Meter weiter gemacht werden, aus. Dabei kann man sogar die Wissenschaftler und freiwilligen Helfer bei ihrer Arbeit beobachten. Sowohl im Museum, wo die Präparation der Knochen erfolgt, als auch direkt in den Teergruben, wo noch immer eine unglaubliche Anzahl an Skeletten im Teer steckt.
Freitag, 28. und Samstag 29. August 2009
Flug Los Angeles - London - Hamburg








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